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Handelsspanne

Handelsspanne berechnen: Formel, Beispiel und Richtwerte für den Einzelhandel

Um die Handelsspanne zu berechnen, ziehst du den Einkaufspreis vom Verkaufspreis ab, beide ohne Mehrwertsteuer. Teilst du das Ergebnis durch den Verkaufspreis netto und nimmst es mal 100, erhältst du die Handelsspanne in Prozent. Beispiel: 5,50 Euro Einkauf und 8,39 Euro Verkauf netto ergeben 2,89 Euro Spanne, also 34,4 Prozent.

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Inhaber eines kleinen Lebensmittelladens mit Kiosktheke räumt vor der Öffnung eine Lieferung ins Regal, die Rechnung liegt auf dem Karton

Was ist die Handelsspanne?

Die Handelsspanne ist der Unterschied zwischen dem Verkaufspreis und dem Einkaufspreis einer Ware, ausgedrückt in Prozent des Verkaufspreises. Sie beantwortet eine Frage: Wie viel von jedem Euro an der Kasse bleibt nach dem Wareneinkauf übrig?

Aus diesem Rest bezahlt ein Kiosk, ein Getränkemarkt oder ein Supermarkt Miete, Personal, Strom und alles andere. Im Alltag heißt die Handelsspanne oft einfach Marge. Über alle Artikel eines Jahres summiert, ergibt die Spanne in Euro ungefähr den Rohertrag des Ladens.

Wie berechnet man die Handelsspanne?

Du brauchst zwei Preise, beide ohne Mehrwertsteuer: den Einkaufspreis und den Verkaufspreis. Daraus entstehen zwei Rechenschritte.

Handelsspanne in Euro = Verkaufspreis netto − Einkaufspreis netto

Handelsspanne in Prozent = Handelsspanne in Euro ÷ Verkaufspreis netto × 100

beide Preise ohne Mehrwertsteuer

Als Einkaufspreis zählt, was dich die Ware bis ins Regal kostet. Rabatte und Skonto ziehst du ab, Fracht rechnest du dazu. In der Kalkulation heißt dieser Wert Einstandspreis oder Bezugspreis.

Rechenbeispiel: eine Flasche Wein im Getränkemarkt

Die Preise sind Beispielwerte. Wein trägt 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Verkaufspreis netto (9,99 Euro im Regal ÷ 1,19) 8,39 Euro
Einkaufspreis netto laut Lieferantenrechnung 5,50 Euro
Handelsspanne in Euro = 2,89 Euro
Handelsspanne in Prozent (2,89 ÷ 8,39 × 100) 34,4 Prozent
Kalkulationsaufschlag (2,89 ÷ 5,50 × 100) 52,5 Prozent
Beispielwerte. Die Prozentwerte sind aus den auf Cent gerundeten Nettopreisen gerechnet.

Der Rechenweg: 8,39 minus 5,50 ergibt 2,89 Euro. Geteilt durch 8,39 Euro und mal 100 sind das 34,4 Prozent. Von jedem Euro Nettoumsatz mit dieser Flasche bleiben also gut 34 Cent nach dem Einkauf.

Mit deinen eigenen Preisen rechnet der Handelsspanne-Rechner, wahlweise mit Verkaufspreis brutto oder netto.

Was ist der Unterschied zwischen Handelsspanne und Kalkulationsaufschlag?

Beide Kennzahlen teilen denselben Betrag in Euro. Sie teilen ihn nur durch einen anderen Preis.

  • Handelsspanne: Spanne in Euro geteilt durch den Verkaufspreis netto, mal 100. Sie rechnet vom Verkaufspreis zurück.
  • Kalkulationsaufschlag: Spanne in Euro geteilt durch den Einkaufspreis netto, mal 100. Er rechnet vom Einkaufspreis nach vorn.

Im Beispiel ergibt das 34,4 Prozent Handelsspanne und 52,5 Prozent Kalkulationsaufschlag, bei denselben 2,89 Euro. Der Aufschlag ist immer die größere Zahl. Werden die beiden verwechselt, landet der Preis unter dem geplanten: 34,4 Prozent Aufschlag auf 5,50 Euro ergeben 7,39 Euro netto statt 8,39 Euro.

Die beiden lassen sich ineinander umrechnen:

Kalkulationsaufschlag = Handelsspanne ÷ (100 − Handelsspanne) × 100

von der Spanne zum Aufschlag

Handelsspanne = Kalkulationsaufschlag ÷ (100 + Kalkulationsaufschlag) × 100

vom Aufschlag zur Spanne

HandelsspanneKalkulationsaufschlag
20 Prozent25 Prozent
25 Prozent33,3 Prozent
30 Prozent42,9 Prozent
40 Prozent66,7 Prozent
50 Prozent100 Prozent

Die Tabelle ist mit der Formel gerechnet. Willst du 30 Prozent Spanne, schlägst du also knapp 43 Prozent auf den Einkaufspreis auf.

Rechnest du die Handelsspanne mit oder ohne Mehrwertsteuer?

Ohne. Die Mehrwertsteuer im Verkaufspreis gehört dem Finanzamt. Die Vorsteuer im Einkaufspreis bekommst du als vorsteuerabzugsberechtigter Händler zurück. Beide Preise gehen deshalb netto in die Rechnung.

Im Laden steht aber der Bruttopreis am Regal. Den rechnest du zuerst herunter, mit dem Satz, der für den Artikel gilt:

  • 19 Prozent ist der allgemeine Satz nach § 12 Absatz 1 Umsatzsteuergesetz. Er gilt zum Beispiel für Bier, Wein, Spirituosen, Fruchtsäfte und Tabakwaren.
  • 7 Prozent gilt nach § 12 Absatz 2 für die Waren aus Anlage 2 des Gesetzes. Dazu gehören viele Lebensmittel, etwa Kaffee, Milch und Zuckerwaren, außerdem Zeitungen.

Verkaufspreis netto = Verkaufspreis brutto ÷ (1 + Steuersatz ÷ 100)

Oft wird der Einkaufspreis netto direkt vom Regalpreis brutto abgezogen. Im Beispiel kämen dann 9,99 minus 5,50 geteilt durch 9,99 heraus, also 44,9 Prozent. Die Spanne sähe gut 10 Prozentpunkte besser aus, als sie ist.

Bei einem Artikel mit 7 Prozent ist der Unterschied kleiner, aber vorhanden. Eine Packung Kaffee für 6,99 Euro brutto kostet netto 6,53 Euro. Bei 4,20 Euro Einkauf bleiben 2,33 Euro, das sind 35,7 Prozent Handelsspanne. Pfand gehört weder in den Einkaufs- noch in den Verkaufspreis. Für Kleinunternehmer gelten eigene Regeln, das klärt dein Steuerberater.

Welche Handelsspanne ist im Einzelhandel üblich?

Eine amtliche Vergleichszahl ist die Richtsatzsammlung des Bundesministeriums der Finanzen. Sie wird aus den Ergebnissen geprüfter Betriebe ermittelt. Ihr Rohgewinn ist der wirtschaftliche Umsatz minus Wareneinsatz, in Prozent des Umsatzes. Das entspricht der Handelsspanne über den ganzen Betrieb und ein ganzes Jahr.

Für das Kalenderjahr 2025 nennt sie unter anderem diese Werte:

GewerbeklasseRohgewinn, RahmenMittelsatzRohgewinnaufschlagsatz, Mittelsatz
Getränke, Einzelhandel (auch Wein und Spirituosen)23 bis 48 Prozent34 Prozent52 Prozent
Nahrungs- und Genussmittel, Einzelhandel, bis 400.000 Euro Umsatz21 bis 62 Prozent40 Prozent67 Prozent
Nahrungs- und Genussmittel, Einzelhandel, über 400.000 Euro Umsatz20 bis 47 Prozent30 Prozent43 Prozent
Tabakwaren und Zeitschriften, Einzelhandel14 bis 38 Prozent24 Prozent32 Prozent

Kioske und Verkaufsstände ordnet die Sammlung je nach überwiegendem Sortiment den Nahrungs- und Genussmitteln oder den Tabakwaren und Zeitschriften zu. Bei Nahrungs- und Genussmitteln entscheidet der Umsatz, ob der Wert bis oder über 400.000 Euro gilt. Der Rohgewinnaufschlagsatz ist dort das Gegenstück zum Kalkulationsaufschlag, gemessen am Wareneinsatz.

Zwei Dinge gehören zum Vergleich dazu. Laut Vorbemerkungen gelten die Richtsätze nicht für Mittel- und Großbetriebe und nicht für Betriebe unter 10.000 Euro Umsatz. Für einen großen Supermarkt ist der Vergleich deshalb meist nicht gedacht. Außerdem steckt im Rohgewinn alles, was im Jahr passiert: Preisnachlässe, Schwund, Bruch und abgeschriebene Ware. Er liegt darum meist unter der Spanne, die am Regal kalkuliert ist.

Die Richtsätze sind ein Hilfsmittel der Finanzverwaltung, um Umsätze und Gewinne zu verproben. Was ein Abstand für deinen Laden bedeutet, klärt dein Steuerberater.

Warum sich der Blick je Warengruppe lohnt

Die Spanne schwankt stark nach Warengruppe. Tabakwaren und Zeitschriften liegen in der Richtsatzsammlung im Mittel bei 24 Prozent Rohgewinn, Nahrungs- und Genussmittel bis 400.000 Euro Umsatz bei 40 Prozent. Ein Kiosk mit hohem Tabakanteil hat deshalb eine niedrigere Gesamtspanne als einer mit viel Süßware und Getränken, ohne dass einer von beiden schlechter kalkuliert.

Sinnvoll ist deshalb der Blick je Warengruppe und über mehrere Monate. Sinkt die Spanne in einer Gruppe, obwohl die Verkaufspreise gleich geblieben sind, liegt die Ursache oft im Einkauf.

Was eine Preisänderung beim Lieferanten mit deiner Spanne macht

Ein Beispiel mit den Werten von oben: Der Lieferantenpreis für den Wein steigt um 8 Prozent, von 5,50 Euro auf 5,94 Euro netto. Der Regalpreis bleibt bei 9,99 Euro.

Größevorhernachher
Verkaufspreis netto8,39 Euro8,39 Euro
Einkaufspreis netto5,50 Euro5,94 Euro
Handelsspanne in Euro2,89 Euro2,45 Euro
Handelsspanne in Prozent34,4 Prozent29,2 Prozent

44 Cent mehr im Einkauf kosten gut 5 Prozentpunkte Spanne. Verkaufst du 40 Flaschen im Monat, fehlen dir 17,60 Euro Rohertrag, nur bei diesem einen Artikel.

Die Formel zeigt diese Preisänderung nur, wenn du den neuen Einkaufspreis auch einträgst. Kalkuliert wird meist mit dem Preis aus dem Gedächtnis oder aus der letzten Preisliste. Der Preis auf der aktuellen Lieferantenrechnung kann ein anderer sein.

34 Prozent

Rohgewinn im Getränkeeinzelhandel im Mittelsatz, in Prozent des wirtschaftlichen Umsatzes. Der Rahmen reicht von 23 bis 48 Prozent, der Rohgewinnaufschlagsatz liegt im Mittel bei 52 Prozent.

Quelle: BMF, Richtsatzsammlung für das Kalenderjahr 2025, Gewerbeklasse Getränke, Eh. (47250.0)
40 Prozent

Rohgewinn im Einzelhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln bis 400.000 Euro Umsatz im Mittelsatz. Über 400.000 Euro Umsatz sind es im Mittel 30 Prozent.

Quelle: BMF, Richtsatzsammlung für das Kalenderjahr 2025, Gewerbekennzahlen 47110.0 und 47290.0
24 Prozent

Rohgewinn im Einzelhandel mit Tabakwaren und Zeitschriften im Mittelsatz. Der Rahmen reicht von 14 bis 38 Prozent.

Quelle: BMF, Richtsatzsammlung für das Kalenderjahr 2025, Gewerbekennzahlen 47260.0 und 47621.0

Welche Software zeigt dir, wenn sich der Einkaufspreis auf einer Lieferantenrechnung ändert?

RechnungsWächter liest jede Lieferantenrechnung bis zur einzelnen Position aus und vergleicht den Einzelpreis mit der letzten Rechnung desselben Artikels. Eine Preisänderung siehst du in Prozent und in Euro. Die Toleranz stellst du je Lieferant ein. So rechnest du deine Spanne mit dem Einkaufspreis, den du wirklich bezahlst. Verkaufspreise und Spanne je Artikel pflegst du weiter in Kasse oder Warenwirtschaft. RechnungsWächter ist kein Kassensystem, keine Warenwirtschaft und keine Buchhaltung. RechnungsWächter prüft die Rechnung davor und arbeitet daneben.

RechnungsWächter auf dem Smartphone: Preisverlauf eines Artikels mit dem Anstieg seit der letzten Rechnung

Häufige Fragen

Was ist die Handelsspanne?

Die Handelsspanne ist der Unterschied zwischen Verkaufspreis und Einkaufspreis, gemessen am Verkaufspreis. Sie zeigt, wie viel von jedem Euro Umsatz nach dem Wareneinkauf übrig bleibt. Aus diesem Betrag zahlt ein Laden Miete, Personal und alle anderen Kosten. Gerechnet wird mit Preisen ohne Mehrwertsteuer.

Wie berechnet man die Handelsspanne?

Du rechnest Verkaufspreis netto minus Einkaufspreis netto. Das ist die Handelsspanne in Euro. Teilst du sie durch den Verkaufspreis netto und nimmst sie mal 100, hast du die Handelsspanne in Prozent. Beispiel: 8,39 Euro Verkauf und 5,50 Euro Einkauf ergeben 2,89 Euro oder 34,4 Prozent.

Was ist der Unterschied zwischen Handelsspanne und Kalkulationsaufschlag?

Beide teilen denselben Betrag, aber durch verschiedene Preise. Die Handelsspanne bezieht ihn auf den Verkaufspreis, der Kalkulationsaufschlag auf den Einkaufspreis. Deshalb ist der Aufschlag immer höher. Aus 5,50 Euro Einkauf und 8,39 Euro Verkauf netto werden 34,4 Prozent Spanne und 52,5 Prozent Aufschlag.

Wird die Handelsspanne mit oder ohne Mehrwertsteuer berechnet?

Ohne. Die Mehrwertsteuer auf dem Verkaufspreis führst du ans Finanzamt ab, die Vorsteuer auf dem Einkauf bekommst du in der Regel erstattet. Rechne deshalb den Regalpreis erst mit 19 oder 7 Prozent heraus. Wer mit dem Bruttopreis rechnet, hält seine Spanne für deutlich höher, als sie ist.

Ist Marge dasselbe wie Handelsspanne?

Im Handel meinen die meisten mit Marge die Handelsspanne, also den Anteil am Verkaufspreis, der nach dem Einkauf bleibt. Manche sagen Marge aber auch zum Aufschlag auf den Einkaufspreis. Frag im Zweifel nach, worauf sich eine Prozentzahl bezieht. Im Beispiel dieses Ratgebers liegen 18 Prozentpunkte dazwischen.

Welche Handelsspanne hat ein Kiosk?

Einen festen Wert gibt es nicht, das hängt am Sortiment. Die Richtsatzsammlung 2025 ordnet Kioske je nach Schwerpunkt den Tabakwaren und Zeitschriften oder den Nahrungs- und Genussmitteln zu. Bei Tabakwaren liegt der Rohgewinn im Mittel bei 24 Prozent des Umsatzes. Bei Nahrungs- und Genussmitteln sind es bis 400.000 Euro Umsatz 40, darüber 30 Prozent.

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