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Lieferschein digitalisieren in der Gastronomie und richtig aufbewahren

Um einen Lieferschein in der Gastronomie zu digitalisieren, fotografierst du ihn direkt beim Wareneingang, mit allen Notizen von Hand. Dient er als Buchungsbeleg, wird er acht Jahre aufbewahrt (§ 147 Abs. 3 AO, § 257 Abs. 4 HGB). Ist er kein Buchungsbeleg, endet die steuerliche Frist mit dem Erhalt der Rechnung. Das Foto muss dem Original bildlich entsprechen.

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Hand mit Smartphone über einem Lieferschein auf der Arbeitsfläche einer Restaurantküche, dahinter eine Gemüsekiste und ein Koch

In der Gastronomie entsteht der Lieferschein in der Küche oder am Hintereingang, die Rechnung kommt Tage später ins Büro. Wer den Lieferschein digitalisieren will, braucht deshalb zuerst einen festen Ablauf beim Wareneingang. Danach kommt die Frage, wie lange das Papier aufgehoben werden muss.

Lieferschein digitalisieren in der Praxis

Ein Rechenbeispiel zeigt, warum sich das lohnt. Ein Betrieb mit 25 Lieferungen pro Woche sammelt im Jahr 1.300 Lieferscheine. Über acht Jahre sind das 10.400 Lieferscheine, vorausgesetzt, jeder davon ist ein Buchungsbeleg. Die Zahlen sind ein Beispiel, deine eigenen Lieferungen setzt du selbst ein.

Wichtiger als der Platz im Keller ist der Moment der Aufnahme. Das Foto entsteht am besten direkt beim Wareneingang:

  1. Ware zählen und auf dem Lieferschein abhaken, Fehlmengen von Hand notieren.
  2. Den Lieferschein mit allen Notizen fotografieren, eine Datei je Lieferung.
  3. Das Foto sofort ablegen, bevor der Lieferschein in der Küche verschwindet.
  4. Wenn die Rechnung kommt, die Menge auf der Rechnung gegen den Lieferschein prüfen.

Gerade Schritt 4 fällt oft weg, weil zwischen Lieferung und Rechnung Tage liegen. Den ganzen Ablauf der Kontrolle bei der Annahme beschreibt der Ratgeber Wareneingang digitalisieren. Wie der Abgleich Position für Position abläuft, steht im Ratgeber Lieferschein und Rechnung abgleichen. Was eine abweichende Menge am Ende für deinen Wareneinsatz bedeutet, steht im Ratgeber Wareneinsatz kontrollieren.

Wie lange müssen Lieferscheine aufbewahrt werden?

Ob der Lieferschein ein Buchungsbeleg ist, entscheidet über die Frist. Die Fristen stehen in § 147 Abs. 3 AO und § 257 Abs. 4 HGB:

UnterlageAufbewahrungsfristRechtsgrundlage
Bücher, Inventare, Jahresabschlüsse10 Jahre§ 147 Abs. 3 AO, § 257 Abs. 4 HGB
Buchungsbelege8 Jahre§ 147 Abs. 3 AO, § 257 Abs. 4 HGB
Empfangene Handels- oder Geschäftsbriefe6 Jahre§ 147 Abs. 3 AO, § 257 Abs. 4 HGB
Empfangene Lieferscheine, die kein Buchungsbeleg sindbis zum Erhalt der Rechnung§ 147 Abs. 3 Satz 3 AO

Für Lieferscheine gibt es im Steuerrecht eine eigene Regel. Ist ein empfangener Lieferschein kein Buchungsbeleg, endet seine Aufbewahrungsfrist mit dem Erhalt der Rechnung. Diese Regel gilt seit dem 1. Januar 2017 (Art. 97 § 19a Abs. 1 EGAO).

Das Handelsgesetzbuch kennt diese Ausnahme nicht. § 257 HGB gilt für Kaufleute und nennt keine eigene Frist für Lieferscheine. Es regelt Buchungsbelege mit acht Jahren und empfangene Handelsbriefe mit sechs Jahren. Handelsbriefe sind dort Schriftstücke, die ein Handelsgeschäft betreffen. Ob dein Lieferschein handelsrechtlich darunter fällt, klärt dein Steuerberater im Einzelfall.

Seit 2025 gelten für Buchungsbelege acht statt zehn Jahre

Bis Ende 2024 galten für Buchungsbelege zehn Jahre. Das Bundesministerium der Finanzen beschreibt die Änderung so: Die handels- und steuerrechtlichen Aufbewahrungsfristen für Buchungsbelege wurden von zehn auf acht Jahre verkürzt. Die neue Frist gilt für alle Unterlagen, deren alte Frist am 31. Dezember 2024 noch lief (Art. 97 § 19a Abs. 2 EGAO). Für Banken, Versicherungen und Wertpapierinstitute bleibt es bei zehn Jahren (Art. 97 § 19a Abs. 3 EGAO, § 257 Abs. 4 HGB).

So rechnest du die Frist aus

Die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem der Beleg entstanden ist (§ 147 Abs. 4 AO, § 257 Abs. 5 HGB). Ein Beispiel mit einem Lieferschein vom 14. März 2025, der als Buchungsbeleg dient:

Lieferschein als Buchungsbeleg
  1. 14. März 2025 Lieferung, der Lieferschein entsteht
  2. 31. Dezember 2025 Das Kalenderjahr endet, die Frist beginnt
  3. 31. Dezember 2033 Nach acht Jahren endet die Frist
Lieferschein ohne Buchungsbeleg
  1. 14. März 2025 Lieferung, der Lieferschein entsteht
  2. Rechnung kommt Mit dem Erhalt der Rechnung endet die steuerliche Frist
Beispiel, nicht maßstäblich. Die Frist läuft nicht ab, solange die Unterlagen für Steuern mit offener Festsetzungsfrist von Bedeutung sind.

Der Beleg entsteht im Kalenderjahr 2025, die Frist beginnt am 31. Dezember 2025. Acht Jahre später, am 31. Dezember 2033, endet sie.

Dazu kommt eine Grenze. Die Frist läuft nicht ab, soweit und solange die Unterlagen für Steuern von Bedeutung sind, deren Festsetzungsfrist noch offen ist (§ 147 Abs. 3 AO).

Wann ist ein Lieferschein ein Buchungsbeleg?

Buchungsbelege sind nach § 257 Abs. 1 Nr. 4 HGB die Belege für Buchungen. Ein Lieferschein wird also dann zum Buchungsbeleg, wenn eine Buchung auf ihm beruht.

Ein Beispiel ist die Rechnung, die Artikel und Menge nicht selbst aufführt, sondern auf den Lieferschein verweist. Nach § 31 Abs. 1 UStDV kann eine Rechnung aus mehreren Dokumenten bestehen. Dann gehört der Lieferschein zur Rechnung und damit zum Buchungsbeleg. Wie das bei deinen Lieferanten aussieht, klärt dein Steuerberater.

Was ist ein Lieferschein?

Ein Lieferschein ist das Begleitpapier einer Lieferung. Er nennt Lieferant, Empfänger, Artikel und Menge, meist ohne Preise. Beim Wareneingang ist er das Papier, auf dem jemand abhakt, durchstreicht oder eine Fehlmenge notiert. Diese Notizen stehen nirgendwo sonst, auch nicht auf der Rechnung.

Was die GoBD für digitale Lieferscheine bedeuten

GoBD steht für die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff. Es ist ein BMF-Schreiben vom 28. November 2019, geändert unter anderem am 14. Juli 2025. Die GoBD beschreiben, wie die Finanzverwaltung die Aufbewahrungspflichten der Abgabenordnung für elektronische Unterlagen versteht.

Die gesetzliche Grundlage für den digitalen Lieferschein steht in § 147 Abs. 2 AO. Unterlagen dürfen als Wiedergabe auf einem Bild- oder Datenträger aufbewahrt werden, wenn das den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht. Außerdem muss die Wiedergabe mit dem Original bildlich übereinstimmen. Sie muss während der Aufbewahrungsfrist jederzeit verfügbar sein, unverzüglich lesbar gemacht und maschinell ausgewertet werden können.

Ob du das Papier nach dem Scannen vernichten darfst, klärt dein Steuerberater.

8 Jahre

Aufbewahrungsfrist für Buchungsbelege, auch für Lieferscheine, die als Buchungsbeleg dienen

Quelle: § 147 Abs. 3 AO und § 257 Abs. 4 HGB
6 Jahre

Aufbewahrungsfrist für empfangene Handels- oder Geschäftsbriefe

Quelle: § 147 Abs. 3 AO
10 auf 8 Jahre

So wurden die handels- und steuerrechtlichen Aufbewahrungsfristen für Buchungsbelege zum 1. Januar 2025 verkürzt

Quelle: Bundesministerium der Finanzen, Monatsbericht Januar 2025; Art. 97 § 19a Abs. 2 EGAO

Welche Software digitalisiert Lieferscheine und prüft sie gegen die Rechnung?

RechnungsWächter nimmt Belege auf fünf Wegen an: Foto aus dem Betrieb, E-Mail-Weiterleitung, Upload, eigenes Postfach je Standort und Anschluss deines E-Mail-Postfachs. Er klassifiziert jeden Beleg, liest ihn bis zur einzelnen Position aus und liest handschriftliche Korrekturen auf dem Lieferschein mit: eine durchgestrichene Menge zählt beim Abgleich. Sinnvoll ist das ab etwa 30 Lieferantenrechnungen im Monat. Geprüfte Belege gehen per Mail an deinen Steuerberater oder an DATEV Unternehmen online, und dort läuft auch die gesetzliche Aufbewahrung.

RechnungsWächter auf dem Tablet: Rechnungsprüfung mit den Positionen des Lieferscheins und einer markierten Abweichung

Häufige Fragen

Wie lange müssen Lieferscheine aufbewahrt werden?

Lieferscheine, die als Buchungsbeleg dienen, werden acht Jahre aufbewahrt (§ 147 Abs. 3 AO, § 257 Abs. 4 HGB). Ist ein empfangener Lieferschein kein Buchungsbeleg, endet die steuerliche Aufbewahrungsfrist mit dem Erhalt der Rechnung. Die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres. Wie dein Lieferschein einzuordnen ist, klärt dein Steuerberater.

Was ist ein Lieferschein?

Ein Lieferschein ist das Begleitpapier einer Lieferung. Er nennt Lieferant, Empfänger, Artikel und Menge, meist ohne Preise. Beim Wareneingang zeigt er, was angekommen sein soll. Später ist er die Grundlage, um die Rechnung gegen die tatsächlich gelieferte Menge zu prüfen.

Wann ist ein Lieferschein ein Buchungsbeleg?

Ein Lieferschein ist ein Buchungsbeleg, wenn eine Buchung auf ihm beruht. Das kann der Fall sein, wenn die Rechnung für Artikel und Menge auf den Lieferschein verweist. Nach § 31 Abs. 1 UStDV kann eine Rechnung aus mehreren Dokumenten bestehen. Den Einzelfall klärt dein Steuerberater.

Darf ich einen Lieferschein per Foto digitalisieren?

Ja, § 147 Abs. 2 AO erlaubt die Aufbewahrung als Wiedergabe auf einem Bild- oder Datenträger, wenn das den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht. Das Abbild muss dem Original bildlich entsprechen und während der Frist jederzeit verfügbar und lesbar sein. Ob du das Papier danach entsorgen darfst, klärt dein Steuerberater.

Gilt die Frist von acht Jahren auch für ältere Lieferscheine?

Ja, sofern die alte Frist am 31. Dezember 2024 noch nicht abgelaufen war. So regelt es Art. 97 § 19a Abs. 2 EGAO. Die Frist beginnt immer mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem der Beleg entstanden ist. Sie endet nicht, solange die Unterlagen für Steuern von Bedeutung sind, deren Festsetzungsfrist noch läuft.

Kann ich mehrere Lieferscheine in einer Datei hochladen?

Lade in RechnungsWächter am besten einen Lieferschein je Datei hoch. Mehrere Seiten desselben Lieferscheins sind kein Problem. Eine Sammeldatei mit mehreren Lieferscheinen wird nicht in einzelne Belege getrennt, deshalb lohnt sich ein Foto je Lieferung direkt beim Wareneingang.

Bring ein paar fotografierte Lieferscheine und die passenden Rechnungen mit. Im Kennenlernen siehst du, wo beide voneinander abweichen.

Der Start: 30 Minuten Kennenlernen an deinen eigenen Belegen, danach 14 Tage kostenlos.

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